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Jahresbericht Birkenhof 2016

„Das kann ich gut!“

Am Ende dieses Jahres, an Weihnachten 2016, haben alle Kinder ihre Fähigkeiten und Talente eingesetzt, um ein gemeinsames Fest zu gestalten. Daraus ist eine schöne, berührende und lustige Weihnachtsfeier geworden. Eines der Kinder schreibt weiter unten darüber.

An diesem Fest staunten wir wieder einmal über die Vielseitigkeit und die Fähigkeiten der 12 Kinder und Teenager, jetzt im Alter von 5 – 15 Jahren. Je älter die Kinder werden, desto mehr kommen diese ganz persönlichen Fähigkeiten zum Vorschein, entfalten sich und machen unser Grossfamilienleben bunt und reich. Unsere Aufgabe als Pflegeeltern und Mitarbeiterteam ist es, diese Fähigkeiten zu sehen, die Kinder darin zu bestärken und vielleicht auch nach einem Ort zu suchen, wo sich das Kind weiterentwickeln kann. Aufgefallen ist uns dies an der Freizeitgestaltung. Inzwischen hat jedes Kind mindestens ein Hobby, das es ausserhalb des Birkenhofs ausübt: Fussball, Malen, Rhythmik, Voltige,

Die Fähigkeiten der Kinder zu fördern ist für uns aber mehr als nur Freizeitgestaltung. „Das kann ich gut und ich kann damit etwas bewirken“. Dieses Lebensgefühl wollen wir den Kindern vermitteln. Auch unseren Alltag versuchen wir darauf aus zu richten: Für die anderen das Nachtessen kochen, für die Kaninchen verantwortlich sein, das jüngere Kind beim Ämtli anleiten, das Zimmer selber putzen - in unserer grossen Familie, in unserem Haus und Garten und in unserer Umgebung gibt es unzählige Möglichkeiten seine Fähigkeiten einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Zwei Jungs gehen jede Woche bei einem Bauer im Stall helfen, ein Teenager arbeitet regelmässig in einer Kleinfirma mit. Ganz bewusst führen wir uns als Team diese Ressourcen immer wieder vor Augen, denn die vielen alltäglichen Herausforderungen, die unsere Pflegekinder in ihrem Aufwachsen und Älterwerden erleben, sind gross und manchmal belastend.

Darüber, was wir als Grossfamilie in diesem Jahr als Höhepunkte erlebt haben, erzählen nun die Kinder.

Winter, Skiferien: „Wir waren mit den älteren Kindern eine Woche lang in Monstein am Schifahren. Abends haben wir immer Spiele gespielt. Es war cool.“ (Belinda, 9 Jahre) Die jüngeren Kinder fuhren wieder tageweise ins Eriz, um im Skifahren noch etwas sicherer zu werden.

Frühling, Kaninchengeburt: „Ich schreibe in diesem Jahresbericht über die Geburt unserer 12 Kaninchen. Wir hatten zwei schwangere Damen, die eine warf 5 Junge und die andere 7. Bei der zweiten Geburt war ich selbst dabei. Es hat mich sehr gefreut, dass ich so was sehen konnte. Leider starb eines der 7 Jungen nach der Geburt.“ (Michael, 11 Jahre)

Sommer, Schulstart: „Das ist ein besonderer Tag: Stefani hat sich gefreut, weil sie in die 1. Klasse kommt. Sie hat eine Schultüte bekommen.“ (Cheyenne, 9 Jahre)

Im Herbst wurde das Dach unseres ehemaligen Bauernhauses saniert. Während 4 Monaten erlebten wir die Arbeiten hautnah mit. Wegen der Grösse des Daches war dies eine eindrückliche Arbeit. Oft mussten die Mulde für die Ziegel mit einem riesigen Kran am richtigen Ort gehalten werden: „Unser Dach hat gaanz viele Ziegel gebraucht und sie haben ein Gerüst aufgebaut. Dann endlich waren sie fertig mit Bauen und es regnete nicht mehr ins Haus.“ (Ayhan, 9 Jahre).

In den Herbstferien sind wir zum ersten Mal nach Elba gefahren. Die Fahrt mit der Fähre war für alle ein neuartiges Erlebnis. „Wo wir auf Elba angekommen sind, haben wir alles ausgepackt. Später sind wir an den Strand gegangen. Danach hat Michael eine Stachelroche gefunden. Jason, Lucy und Mbugua haben andere Fische gefunden. Danach sind wir in die Ferienwohnungen gegangen, wo wir geschlafen haben. Wir haben jeden Tag im Meer gebadet und Glacé gegessen.“ (Nils, 9 Jahre)

Weihnachten: „Wir haben Weihnachten gefeiert in einer Waldhütte in Worben. Jedes Kind musste seine Fähigkeiten einsetzen, damit das Fest schön wurde. Ich habe zum Beispiel das Talent gehabt, Tischkärtli zu machen. Jemand hat zum Beispiel das Dessert gemacht oder etwas gebacken. Und jemand hat auch ein Gedicht gesagt oder eine Geschichte geschrieben. Das Fest war schön.“ (Lucy, 10 Jahre)

Mit Dankbarkeit blicken wir auf dieses Jahr zurück: dankbar für die Kinder und Teenager, die so vieles so gut können und für das breite Netz an Erwachsenen, die mithelfen, diese Fähigkeiten zu sehen und zu entwickeln.

Barbara und Martin Vonäsch

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