Was ist ein Chinderhus?
Ueber uns
• Vorstand
• Finanzielles
• Mitgliedschaft
• Spenden
• Publikationen
• Jahresbericht des Präsidenten
• Jahresbericht des Geschäftsführers
Chinderhus Aarberg
Chinderhus Biel
Chinderhus Safnern
Stellenangebote
Kontakt
Aktuelles
Downloads
Jahresbericht des Geschäftsführers    
 
Jahresbericht 2017 des Geschäftsführers

Im Laufe des Jahres 2017 beschäftigte sich der Verein Chinderhus auf allen Ebenen über das Alltägliche hinaus vor allem mit zwei grossen Themen: mit der Revision des Personalreglements und mit der Überarbeitung der betrieblichen und pädagogischen Konzepte.

Bereits vor einigen Jahren stellte die Ressortverantwortliche Personal im Vereinsvorstand fest, dass das geltende Personalreglement weder vom Aufbau und der Lesbarkeit her noch in der Ausgestaltung einzelner Regelungen dem aktuellen Standard entspricht. In Zusammenarbeit mit dem spezialisierten Juristen Hansueli Zürcher wurde deshalb der Revisionsbedarf zunächst definiert und anschliessend sorgfältig unter Einbezug der Leiterpaare und einer Arbeitsgruppe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umgesetzt. Dabei wurde vom Grundsatz ausgegangen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verein Chinderhus denjenigen gleichgestellt sein sollten, die in Institutionen arbeiten, welche durch den Kanton Bern geführt werden. 
Ein besonderes Augenmerk galt den Regelungen, die die Leiterpaare betreffen: Durch die Einführung der Vertrauensarbeitszeit mit entsprechender finanzieller Abgeltung konnte nun auch auf dieser Ebene dem ausserordentlich grossen Engagement der drei Pflegeelternpaare Rechnung getragen werden. Wir sind überzeugt, mit dem neuen Personalreglement eine vorbildliche Lösung gefunden zu haben, die auch für andere ähnlich gelagerte Institutionen als Vorlage dienen könnte. Der Geschäftsführer war vor allem aber auch froh, dass die mit Änderungskündigungen verbundenen Anpassungen der individuellen Arbeitsverträge bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern reibungslos über die Bühne gehen konnten. 

Unsere Aufsichtsbehörde, das Kantonale Jugendamt, hat vor rund zwei Jahren einen neuen Raster erstellt, an den sich alle betrieblichen und pädagogischen Konzepte der angeschlossenen Institutionen zu halten haben. Aufgabe des Geschäftsführers war es deshalb, die drei bestehenden Konzepte zunächst in ein Rahmenkonzept des Vereins überzuführen, welches sich einerseits an die Vorgaben des KJA hält, andererseits die zentralen Inhalte wie bisher weiterträgt. Dieser Prozess löste im Verein auch Grundsatzdiskussionen zur aktuellen und zukünftigen Ausrichtung der drei Kinderhäuser aus, welche im Rahmen des Vorstands und der Leiterpaare in fruchtbarer Atmosphäre geführt werden konnten. Jedes Kinderhaus ergänzte das verabschiedete Rahmenkonzept schlussendlich noch mit seinen individuellen Besonderheiten, so dass die recht umfangreichen Papiere (fast) termingerecht per 31.1.2018 eingereicht werden konnten. Auch hier sind wir überzeugt, ein Grundlagenpapier geschaffen zu haben, das es erlaubt, die bestehende Betreuungsform von Pflegekindern in familiären Strukturen mit professionellem Umfeld weiterzuführen und – wenn dazu Bedarf besteht – weiter hinaus zu tragen.

Dies führt mich zu einem dritten Thema, das uns im Laufe des Jahres 2017 mehr und mehr zu beschäftigen begann. Wir merken, dass diese Betreuungsform zunehmend von einzelnen zuweisenden Behörden – seien es Sozialdienste oder KESB – mit kritischen Augen betrachtet wird. Die zentralen Punkte unseres Angebots – das familiäre Umfeld, das Angebot von heilenden Bindungen an durch frühkindliche Trennungen traumatisierte Kinder, das Bemühen um  Stabilität im Betreuungsumfeld – gelten heute zum Teil als veraltet und widersprüchlich zur gängigen Lehre im Pflegekinderwesen. Hier gilt es, uns noch besser zu erklären und aufzuzeigen, dass das Bewahren dieser Grundsätze durchaus auch mit einem grösstmöglichen Einbezug der Herkunftsfamilie in das Aufwachsen der Kinder einher gehen kann.

Neben diesen grossen Themen waren es aber in immer wieder auch zahlreiche kleinere und grössere Unterstützungen und Dienstleistungen, mit denen der Geschäftsführer das gute Funktionieren der drei Kinderhäuser mittragen konnte, sei es im Bereich der Anstellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, kleineren Anpassungen in den Liegenschaften, einer korrekten und möglichst praktischen Abwicklung der finanziellen Angelegenheiten oder in Form von gelegentlichen pädagogischen Inputs zur Situation einzelner Kinder. Dieses unkomplizierte, rasche und trotzdem wohlabgewogene Finden von Lösungen für die unzähligen Fragen, die sich im Alltag der Kinderhäuser stellen, ist für mich nach wie vor der interessanteste und befriedigendste Teil meiner Arbeit als Geschäftsführer. Ich freue mich darauf, auch im Jahr 2018 auf diese Weise dazu beitragen zu können, dass der Verein Chinderhus Biel dreissig Pflegekindern ein warmes und gleichzeitig professionelles zweites Zuhause bieten kann.

David v.Steiger, Geschäftsführer

nach oben
drucken